Der Aartalsee

Die Talsperre wurde in den Jahren 1984 - 1991 gebaut, um den Orten unterhalb an der Aar, aber auch besonders der Stadt Herborn, einen besseren Hochwasserschutz zu gewährleisten.

 

Immer wieder gab es an Aar, Dill und Lahn Hochwasser, da die Flüssem wie nahezu überall in Deutschland, mit den Jahren immer mehr begradigt und Ausweichflächen für das Wasser versiegelt oder anderen Zwecken zugeführt wurden.

 

Nach dem Hochwasser von 1946 wurde der "Generalplan des Lahnverbandes" vom Wasserwirtschaftsamt Dillenburg erstellt.

Bis es dann aber zum endgültigen Bau der Talsperre kam, vergingen noch einige Jahre und es musste noch viel Wasser die Aar und Dill hinabfliessen.

 

Im Februar 1984 dann so viel, dass es erneut zu einem Hochwasser kam. Fast die gesamte Herborner Innenstadt stand unter Wasser. Dieses Ereignis wirkte dann scheinbar wie ein Beschleuniger, denn nach dem Planfeststellungsbeschluss durch das Regierungspräsidium in Gießen vom 1. 7. 1982 erfolgte der erste Spatenstich für die Aartalsperre dann endlich am 10. September 1984 durch Staatsminister Görlach.

 

Der Bau der Talsperre dauerte bis 1991, dann konnten die Aar und ihre Zuflüsse endlich aufgestaut werden. Nach dem erfolgreichen Probestau konnte die Anlage am 10. März 1992 von der Talsperrenaufsicht beim RP Gießen auf Empfehlung des Talsperrenausschusses wasserrechtlich abgenommen werden. Die Wasserqualität ist gut und man kann bedenkenlos darin baden.

 

Die Staumauer ist ein Steinschüttdamm und besteht aus aus Grauwacke- und Plattenschiefer-Gestein. Der Damm hat eine Höhe von ca. 14 m.

 

 

Das Grundablassbauwerk mit der Hochwasserentlastung wurde in den Hauptdamm zur Hochwasserentleerung integriert. Das Wasser kann durch vier Rohre mit unterschiedlichen Durchmessern entnommen werden.

 

Hier ist auch zusätzlich die Turbine zur Stromerzeugung untergebracht, über die auch die Wasserabgabe der Talsperre gesteuert wird.

In der Wasserkraftanlage ist eine Durchströmturbine für kleinere Wassermengen bis 4 m³/s eingebaut. Ihre maximale Leistung ist 250 kW. Der Strom wird  nur zu Zeiten des Spitzenbedarfs erzeugt. Das sich aufstauende Wasser wird so schwallweise abgelassen, wodurch der Wasserspiegel schwanken kann.

 

Der Aartalsee besteht aus zwei Teilen:

 

1. Die Vorsperre, die ein Naturschutzgebiet ist und an dem mittlerweile viele seltende und bedrohte Vögel, speziell zu Zeiten des Vogelzues, aufhalten und teils brüten. 21 künstliche Inseln wurden erbaut, um Flora und Fauna einen ungestörten Platz zu geben.

 

2. Die Hauptsperre, wird mittlerweile für vielfältige Freizeitmöglichkeitn genutzt, wie z.B. Segeln, Surfen, Angeln, Schwimmen am und auf dem bzw. im  Wasser und Inlinern, Joggen, Radfahren, Spazieren gehen auf dem Rundweg um den See. Es gibt eine Liegewiese und einen Strandclub, ein Hotel und mehrere gastronomische Betriebe am See.

 

Es gibt auch die Möglichkeit in direkter Nähe zum See zu Campen.

 

Ein sehr schöner Wanderweg als Extratour im Rahmen des Lahn-Dill-Berglandpfads, der Aartalsse-Panorama, integriert einen Teile des Rundwegs. Auf diesem Weg sind einige schöne Aussichtspunkte, von denen man aus den See bewundern kann.

 

Im Frühjahr 2016 haben wir einen neuen landschaftlich sehr reizvollen Wanderweg, den Hörre-Aartalsee-Wanderweg von der Aar bei Bicken durch die Hörre über Bellersdorf bis zum Aartalsee in unser Hörre-Wandernetz integriert.

 

Eine kleine Bilderserie von einem herbstlichen Spaziergang rund um den Aartalsee kann man hier anschauen.

 

 

(Quelle: bischoffen.de, wikipedia, freizeit-mittelhessen.de, hessen.de)

 

Aartalsee bei Nacht - Foto von Jonas Lorenz - Fotografie

FÜr weitere Bilder von Jonas Lorenz einfach auf das Bild klicken. Vielen Dank Jonas, für die tollen Bilder!

Weitere Bilder vom Aartalsee sind hier zu finden.