Bemühungen zur Erhaltung der "Alten Schule" in den 1970er und 1980er-Jahren

Da die Alte Schule über viele Jahrzehnte leer stand und sich niemand richtig darum kümmerte, verwahrloste diese immer mehr.

 

Aus eigener Kindheitserinnerung in den 1970er-Jahren kann ich berichten, dass diese für uns Kinder trotz Verbot immer wieder ein interessanter Spielplatz war. Man ist hineingestiegen und hat dort ein wenig Unfug betrieben, ohne jedoch irgendetwas zu zerstören und einen Vandalismus aufzubringen, wie er heute wahrscheinlich leider normal wäre. Wir waren oben im ersten und Stock und ich kann mich noch erinnern, dass dort teilweise noch alte Schulsachen rumlagen, wie Karten usw. Heute wäre ich natürlich froh, wenn diese damals gesichert worden wären.

 

Im Keller gab es einen Brunnen, der abgedeckt war. Wahrscheinlich hatten wir viel Glück, dass uns dort nie etwas passiert ist, denn die Alte Schule war ja schon ziemlich baufällig. Früher war die Sirene auf der Alten Schule angebracht und damals wurde diese bei Probealarmen, man war ja im Kalten Krieg mit Osteuropa, öfter getestet, Signale wie Fliegeralarm waren dabei der Normalfall und nicht die Ausnahme. Ebenso war dort ein Lichtsensor angebracht für die automatische Einschaltung der Strassenlampen, den wir Jugendliche gerne mal mit Abdecken oder auch Anleuchten versucht haben zu überlisten.

 

Irgendwann Ende der 1970er-Jahre trieb sich dann das Abrissgespenst für die Alte Schule im Dorf um. Einigen war es egal, denn man hatte noch nicht ganz so den Bezug zum Denkmalschutz und zum Erhalt der Vergangenheit, wie es heute so ist.

 

Aber es gab trotzdem viele Bellersdorfer, die nicht wollten, dass dieses schöne Gebäude, mit vielen persönlichen Erinnerungen dann doch abgerissen werden sollte. Also formierte sich Widerstand und man versuchte alles für den Erhalt der Alten Schule. Ob evangelische Kirchengemeinde, Ortsverein der SPD oder der Heimat- und Verkehrsverein (heute Heimat- und Kulturverein), alle zogen an einem Strang. Anbei einige Zeitungsartikel und Schreiben:

 

 

Dill Zeitung v. 09.08.1980
Arbeitseinsatz des HKV an der Alten Schule um 1980. Die Dorfjugend war damals ein Aktivposten, wenn es um die Verschönerung des Dorfes ging, was auch Arnold Henrich als Vorsitzendem des HKV zu verdanken war, der immer Spaß hatte, mit "uns" was zu machen.
Dillzeitung vom 10.04.1982 - Keine Atempause Geschichte wird gemacht, es geht voran! Die Waldstrasse hätte es heute nach 40 Jahren auch mal wieder mehr als notwendig neu gemacht zu werden.
Schule zu verschenken!!!
Die Rettung für die "Alte Schule" von Bellersdorf

Es war ein ganz schönes hin und her wie man an den Artikeln und Schreiben sehen kann. Aber alles hatte ein gute Ende und die Alte Schule ist wieder seit vielen Jahrzehnten ein Schmuckstück mitten in Bellersdorf.