Ein neues Dorf entsteht

In einer Urkunde von 1294 der Grafen von Solms erscheint erstmals der Name von Bellersdorf.

(Inseriert in: Staatsarchiv Darmstadt Best. B 1, Nr. 11 von 1367, Pergament, mit angehängtem Siegel des Heidenreich von Rolshausen und abhängendem Siegel des Gottfried Schabe.Regest: Wolf, Abt. A 6, S. 2.:)

 

Landgraf Heinrich II. von Hessen bekundet, an Ritter Volpert Riedesel und die Kinder aus beiden Ehen sowie Ritter Johann von Breidenbach und seine Frau Grete für 2.010 Goldgulden, die sie an Graf Dietrich von Solms für ihn gezahlt haben, die Hälfte von Haus und Tal Hohensolms mit den Weihern um das Haus, ausgenommen den großen Weiher, den Wald Schneeberg für Bau- und Brennholz des Hauses samt Schutzpflicht, Äckern und Wiesen sowie die Dörfer Altenkirchen, Ober-Lemp, Bermoll, Bellersdorf, Ober-Bischoffen, Nieder-Bischoffen, Frommerode, Roßbach, Guntershausen, Mudersbach, Ahrdt, Frankenbach, Bensburg, Dreisbach, Husteden, Waldgirmes und Naunheim unter dem Vorbehalt der Wiederlösung nach vier Jahren durch den Landgrafen oder Graf Dietrich verkauft zu haben.

montage vor sente Mertins dage.

(Quelle: http://cgi-host.uni-marburg.de/~volko/lgr/id.cgi?lang=de&id=681&table=ort&max=12969&ex=&c=2&suchlemma=bellersdorf&lemma=Bellersdorf&lines=10&wl=&ba=&ei=1&limit=0&class=lgr)

 

 

Das alte Dorf lag in einiger Entfernung östlich von der heutigen Ansiedlung. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde Bellersdorf aus unbekannten Gründen aufgegeben. Ob es die Pest war oder Kriegswirren den Wegzug der Einwohner erzwangen, entzieht sich unserer Kenntnis. Jahrhundertelang blieb die Hochfläche am Rande der Hörre verlassen. 1699 siedelten sich mit Erlaubnis des Grafen Ludwig von Hohensolms die ersten Siedler an, denen 10 Jahre Steuerfreiheit zugesichert wurde.

 

Da die Landesgrenze sich in der Nähe befand, richteten die Behörden im Ort eine Zollstation ein. Der letzte Zöllner namens Simon wanderte nach Amerika aus. Ob auf dem "Herrenhof" genannten Flurstück ein gräfliches Jagdhaus oder ein Hofgut stand, ließ sich nicht mehr feststellen.

 

Die Einwohner lebten bis in die jüngere Vergangenheit von Landwirtschaft und Handwerk. Erst nach dem letzten Krieg, als die abgeschiedene Lage durch die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse kein Hindernis mehr darstellte, setzte ein großer Aufschwung ein. Bedeutende Erfolge im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" machten Bellersdorf überregional bekannt.

 

1965 wurde das Atomwaffenlager von den amerikanischen Streitkräften installiert. Dieses bestand bis 1994, da es nach Ende des Kalten Krieges keinen Sinn und Nutzen mehr hatte. Bis auf die Bunker wurden alle Anlage zurückgebaut, teils von Pioniereinheiten der Bundeswehr gesprengt. Heute dient das Gelände als Deponie für Erdaushub und seit Herbst 2015 ist auf einem großen Teil des neu aufgeschütteten Geländes ein neuer Solarpark entstanden.(Quellen: Website Mittenaar.de, wikipedia.de)