Evangelische Kirche Bellersdorf

2015 feierte die Kirche in Bellersdorf ihr 50-jähriges Jubiläum.

 

Eine Präsentation zum Bau der Kirche 1964/1965 und der Renovierung in 2015/ 2016
Jubiläum Kirche Bellersdorf 3 aktualisie[...]
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ev. Kirche Bellersdorf

Eine Kirche für Bellersdorf

 

Am 11. November 1964 (Totensonntag) wurde der Grundstein für die erste Kirche in Bellersdorf gelegt. Für das kleine Dorf ein weiterer wichtiger Tag in seiner langen Geschichte. Jeder dritte Einwohner nahm an der Andacht von Superintendent Küppers teil. Dies zeigt, wie wichtig es den Bellersdorfern war, endlich eine eigene Kirche zu haben.

 

Bis in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein mussten die Bellersdrofer bei Wind und Wetter, zu jeder Jahreszeit, den Weg nach Altenkirchen antreten, um zur Kirche zu kommen. Und wie man weiß, waren Kirchgänge früher bei den meisten ein regelmäßiger und normaler Teil des alltäglichen Lebens. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden dann die Gottesdienste in die Alte Schule verlegt, so dass die Kirchgänge nach Altenkirchen nicht mehr notwendig waren.

 

Die neue Kirche in Bellersdorf konnte nur verwirklicht werden, da es viele aktive Freiwillige gab. Geplant wurde das Fundament schon in den dreißigern Jahren, umgesetzt dann erst 30 Jahre später. Das Grundstück wurde dank der Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Wilhelm Krau und der Gemeindevertretung kostenlos zur Verfügung gestellt. Pfarrer Krakow verlaß die Urkunde. Darin wurde der sehnliche Wunsch der Dorfbewohner ausgedrückt, endlich eine eigene Kirche zu besitzen. Weiterhin ist darin angegeben, dass der 23. März 1964 der Tag des endgültigen Beschlusses zum Bau der Kirche war und als weitere Information, dass zu diesem Zeitpunkt ein Vier-Pfund-Brot 2 Deutsche Mark gekostet hat. Unterzeichnet wurde die Urkunde vom Superintendenten Küppers, Pfarrer Krakow, der Presbyter und Bürgermeister Krau.

 

Presbyter W. Läufer rollte das Dokument zusammen und steckte es in eine Metallhülse, die ein Handwerker dann in einen der untersten Steine eingemauert hat. Einweihung der Kirche sollte der 30. Mai 1965 sein.

 

Geplant waren im Neubau 100 Sitzplätze und ein Jugendraum. Budgetiert waren für den Bau 140.000,- DM. Es gingen rund 7.000,- DM Spenden ein. Bedenkt man, dass Bellersdorf damals nur 284 Einwohner zählte, ist dies ein stattlicher Betrag gewesen.

 

Durch einige Verzögerungen konnte die Kirche dann erst am 19. September 1965 eingeweiht werden. Mit einem Festgottesdienst wurde die Kirche dann an diesem Sonntagnachmittag eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben, an dem fast alle Dorfbewohner teilnahmen.

 

Der Architekt Dipl.-Ing. Heinz Biel übergab den Schlüssel an den Landeskirchenrat Hans Eberbach, der diesen an den Gemeindepfarrer Krakow weitergab, der den Dank der Kirchengemeinde an alle am Bau beteiligten weitergab.

Der anwesende Landrat Dr. Werner Best nannte den Kirchenbau die Krönung alles bisher in der kleinen Mustergemeinde geschaffenen, was nur durch die Geschlossenheit der Bürger des Dorfes zustande kommen konnte. Der Kreis Wetzlar sei stolz auf Bellersdorf. Bürgermeister Krau richtete an die Jugend die Bitte, dass man das Haus sonntags besuchen und den Glockenklang nicht ungehört verhallen lassen soll. Besonders hervorgehoben wurde während des feierlichen Gottesdienstes die Eigenleistung der Bürger. Für die auswärts wohnenden Bellersdorfer sprach Rektor Karl Hedrich (Atzbach) herzliche Grußworte. Viele der Bellersdorfer, die an dem Gottesdienst teilnahmen, aber keinen Platz mehr im neuen Kirchenbau fanden, verfolgten diesen auf dem Vorplatz, wohin der Gottesdienst mit Lautsprechern übertragen wurde.

 

(Quellen: Urkunde zum Bau einer ev. Kirche in Bellersdorf und Heimat und Geschichte Mittenaar, Band 2, nach Arnold Henrich, S. 1125-1127)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kopie der Urkunde zum Kirchenbau in Bellersdorf